Die neuesten Audios

Martin Wolf, katholische Kirche: Man kann über den Tod hinaus verbunden bleiben. (Verkündigungssendung) Der kleine Junge hat seinen Opa nie kennengelernt. Der ist nämlich gestorben, bevor der Junge zur Welt kam. Den Jungen beschäftigt das sehr. Schließlich malt er seinem verstorbenen Opa im Himmel ein Bild und schickt es mit einem Luftballon hinauf - in den Himmel, adressiert an den „Opa Oben“. Womit niemand in der Familie gerechnet hat: Zwei Tage später kommt tatsächlich eine Antwort. Handgeschrieben. Ein netter Mensch hat das Bild des Kleinen gefunden und ihm einen kindgerechten Antwortbrief geschrieben. Unterzeichnet vom „Opa oben“. Eine Zeitung hat diese wahre Geschichte entdeckt und sie weitererzählt. Die simple Geschichte hat mich berührt. Weil sie so wunderbar einfach von der Hoffnung, die auch ich habe, erzählt. Dass es da mehr gibt als dieses eine Leben hier. Dass auch nach dem Tod noch etwas kommen wird – mag der äußere Anschein auch noch so sehr dagegen sprechen. Wahrscheinlich wird dieses neue Leben ganz anders sein, als all das, was ich kenne. Doch wie auch immer ich mir dieses ganz andere vorstelle. Entscheidend ist: Der geliebte Mensch, der nicht mehr neben mir ist, er lebt. Und wenn es mir gut tut, dann kann und darf ich mich auch an ihn wenden und mit ihm teilen, was mich beschäftigt und bewegt. „Ich weiß ihn immer in meiner Nähe“, hat mir eine Frau einmal gesagt, deren Mann verstorben war. Fast täglich ging sie auf den Friedhof, verweilte am Grab und fühlte sich in Gedanken zutiefst mit ihrem Mann verbunden. Einen handgeschriebenen Antwortbrief wird sie nicht bekommen haben. Das wird auch der kleine Junge irgendwann begreifen. Und dennoch wird er mit dem Opa, den er nie persönlich kennenlernen konnte, verbunden sein.