Worte und Gedanken | SWR3

"Nicht umsonst gelebt"

17.3.2019 | 8.00 Uhr | 1:43 min

Verfügbar bis: 11.3.2020, 8.00

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Peter Kottlorz katholische Kirche: Von einem kleinen großen Satz (Verkündigungssendung) Wie lebe ich, damit ich nicht umsonst gelebt habe?“ Diese Frage treibt Menschen immer wieder um. Hat mein Leben einen Sinn? Hab ich etwas erreicht, das in sich wichtig und richtig war, etwas, das mir und anderen Menschen das Leben lebenswert gemacht hat? Und bestenfalls über dieses Leben hinaus Bestand hat? Der amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson hat sich darüber auch Gedanken gemacht und auch Antworten darauf gefunden. Diese finde ich so sympathisch, dass ich sie weitergeben möchte. Nicht umsonst gelebt zu haben, bedeutete also für Emerson: „Oft und viel lachen. Die Anerkennung aufrichtiger Kritiker verdienen und den Verrat falscher Freunde ertragen. Schönheit bewundern und im anderen das Beste finden. Die Welt ein wenig besser verlassen, ob durch ein Kind, ein Stückchen Garten oder einen kleinen Beitrag zur besseren Gesellschaft. Wissen dass wenigstens das Leben eines anderen Menschen leichter war, weil du gelebt hast.“ Wow, „Wissen dass wenigstens das Leben eines anderen Menschen leichter war, weil du gelebt hast.“ Er klingt so bescheiden dieser letzte Satz. Wenigstens ein Mensch - und nicht die Menschheit, nicht die Nation, eine Stadt oder meine Familie, nein, ein Mensch und sein Leben - nicht glücklicher, besser oder schöner gemacht zu haben, sondern nur ein wenig leichter. Und doch so groß dieser Satz, weil er das Leben meint, das Leben eines anderen, das durch meins leichter geworden ist. Ich glaube, ich werde mich mal umschauen welchen Menschen es da gäbe, was leichter für ihn bedeuten könnte und was ich tun könnte.

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