SWR2 Journal am Morgen

Stadt, Land, Macht

1.3.2018 | 8.10 Uhr | 8:37 min

Verfügbar bis: 1.3.2019, 8.42

Interview mit Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Osteuropa-Expertin, ZOIS-Berlin"Contested Spaces" – umstrittene Räume heißt der Titel einer Konferenz am Berliner Zentrum für Osteuropa-Studien über neue politische Räume in Osteuropa. "Der Kontrast zwischen Staat und Land ist auch politisch wichtig", sagt Politikwissenschaftlerin Gwendolyn Sasse. In der Politik seien die großen Städte präsenter, weil dort die gesellschaftlichen Eliten lebten und für autoritäre Regime die Kontrolle auch schwieriger sei. Die dörfliche Realität sei hingegen bei Wahlen wichtig, weil eine konservative Landbevölkerung für autoritäre Politik entscheidende Stimmen liefere. In den urbanen Landschaften Osteuropas könne man derzeit auch beobachten, dass die Zivilgesellschaft sich neue Freiräume erobere. Es gebe "soziale Proteste" auf lokaler Ebene, die im Kleinen zu Veränderungen führten, wie zum Beispiel bei Aktionen gegen große staatliche Bauvorhaben.