Worte und Gedanken | SWR3

Friday for future

8.2.2019 | 8.00 Uhr | 1:34 min

Verfügbar bis: 3.2.2020, 8.00

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Martin Wolf, katholische Kirche: Junge Schulschwänzer, die Hoffnung machen. (Verkündigungssendung) Schule schwänzen für das Klima. Sie ist echt klasse, finde ich, die junge Schwedin Greta Thunberg. Gerade mal 16 Jahre alt gilt sie heute als eine der einflussreichsten Klimaaktivistinnen. Zehntausende Schülerinnen und Schüler sind ihrer Aktion „Schulstreik fürs Klima“, die sie ganz allein begonnen hat, inzwischen gefolgt. Auch bei uns. Lassen an einem Freitag mal den Unterricht sausen, um für eine bessere Klimapolitik auf die Straße zu gehen. Gretas Argument ist so einfach wie eindrücklich: Welchen Sinn hat es für eine Zukunft zu lernen, die es womöglich gar nicht mehr geben wird. Und so heißt die Aktion inzwischen auch „Fridays for future“. Freitage für die Zukunft. Der Protest der Jungen richtet sich vor allem an die mächtigen Alten dieser Welt. An jene, die jetzt die Weichen stellen müssten. Aber er richtet sich ganz direkt auch an jede und jeden von uns, an Sie, an mich. An uns, die wir mal wieder hitzig über Tempolimits im Land diskutieren. Es ist geradezu absurd! Die jungen Schulschwänzer haben längst kapiert, dass es ihnen materiell nicht mehr besser gehen wird als uns. Noch mehr Geld, noch mehr Wohlstand, noch mehr Wachstum. Nein. Sie wissen, dass sie anders werden leben müssen, wenn alle Menschen morgen ein besseres Leben haben sollen. Und damit wollen sie schon heute anfangen. Ob sie Erfolg haben hängt auch davon ab, ob wir Alten endlich die Kurve kriegen. Offen gesagt: Da bin ich skeptisch. Aber um die Zukunft mache ich mir bei diesen engagierten Kindern und Jugendlichen zumindest jetzt weniger Sorgen.

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